Gott sagt: Gönne dir keine Ruhe!

Gott sagt: Gönne dir keine Ruhe!

Jedes Mal, wenn ich vom Podium aus die gefüllten Gemeindesäle und die gespannten Gesichtsausdrücke für biblische Einblicke in die Ereignisse in Israel sehe, freue ich mich über das zunehmende Interesse an Israel unter den Christen.

Vortrag Doron Schneider

Als sich eine Reporterin vor meinem Vortrag in Lüdenscheid vorstellte, waren wir zunächst skeptisch, ob ein objektiver Bericht oder erneut eine israelkritische Darstellung folgen würde.

Doch nachdem wir den Artikel von Iris Kannenberg in der Zeitung gelesen hatten, waren wir positiv überrascht und ermutigt, zu erkennen, dass es noch hochqualifizierte Journalisten gibt, die das Ereignis äußerst präzise zusammenfassen.

Für alle, die meine letzten Vorträge verpasst haben oder sich wünschen, noch einmal nachzulesen, empfehle ich dringend, den folgenden Artikel von Iris Kannenberg zu lesen.

 

Du bist ein Wächter
auf den Mauern Jerusalems!

Der israelische Prediger und Autor Doron Schneider zu Besuch in der Evangelischen Gemeinde Brügge-Lösenbach Lüdenscheid

von Iris Kannenberg

Am 20. März 2024 war der christusgläubige Israeli, Prediger, Autor und Geschäftsmann mit deutschen Wurzeln – Doron Schneider – gemeinsam mit seiner Frau Shelly zu Gast in der Evangelischen Kirchengemeinde Brügge-Lösenbach, um über die aktuelle Situation in Israel zu berichten. Die Kirche war voll, es besteht unter Lüdenscheids Christen offensichtlich großer Bedarf an direkten Informationen aus dem Heiligen Land. Presbyter der Gemeinde und Haupt-Organisator des Abends, Rainer Kopatz, begrüßte die Anwesenden mit einem einleitenden Wort, stellte Doron Schneider vor und eröffnete die Veranstaltung dann mit einem Gebet.

Doron und Shelly Schneider
Doron und Shelly Schneider in Lüdenscheid – März 2024

Der Prediger erzählte zunächst über sein Projekt, in Israel Häuser zu bauen, weil er aufgrund des weltweit ansteigenden Antisemitismus mit einer zeitnahen Zuwanderung nach Israel von ca. einer Millionen Juden aus allen Teilen der Welt rechnet. Die Ereignisse des 7. Oktobers und das Eintreten Israels in den Krieg gegen die Hamas lösten viel Mitgefühl für, aber auch heftige Proteste gegen Israel aus.

Volk Gottes kämpft um seine Existenz

Doron Schneider: „Nur vier Flug-Stunden von hier kämpft Gottes Volk um seine Existenz. Gleichzeitig gibt es weltweit einen massiven geistlichen Kampf gegen christliche Werte parallel zu dem physischen Kampf gegen uns Juden. Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Man kann diese Geschehnisse nicht als getrennt voneinander sehen, denn das, was Israel ganz real gerade passiert, passiert auch bei euch, nur auf einer geistlichen Ebene.“

Er berichtete von den Ereignissen, die am 7. Oktober zu dem Krieg führten. Ich spare mir hier die Einzelheiten, weil es kaum zu ertragen ist, welche Gräueltaten an diesem Tag durch die Hamas an Juden verübt wurden. Immer noch sind 134 Geiseln in Gefangenschaft und niemand weiß, ob sie noch leben. Darunter Babys, Kinder, Jugendliche, ganze Familien aber auch Holocaust-Überlebende. Auf die Frage, wie es überhaupt zum 7. Oktober kommen konnte, antwortete Doron: „Diese Frage ist immer noch nicht ganz geklärt. Eventuell gab es Kollaborateure. Tatsache ist, dass das gesamte Sicherheitssystem komplett versagt hat. Diese Frage nach dem weshalb und warum wird geklärt werden. Nach dem Krieg. Jetzt ist es erst einmal wichtig, dass wir als ein Volk agieren. Es darf nicht zu Spaltungen an dieser Frage kommen. Das wäre wohl für Israel das Ende.“

Warum Gott diesen Überfall überhaupt zuließ?

Doron Schneiders Antwort: „Weil Israel lau geworden war. Weil es sich auf seinen technischen Errungenschaften wie dem „Iron Dome“ ausruhte und Gott vergaß. Wenn Gottes Volk sich den Götzen zuwendet, zieht dies unweigerlich Gericht nach sich.

Der Nova-Götze auf dem Nova-Festival 2023

Der Nova-Götze auf der Nova-Festival 2023

„Sie erregten seine Eifersucht durch fremde Götter; durch Gräuel erzürnten sie ihn. Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen (Nova) Götzen, die erst vor Kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten. Den Fels, der dich gezeugt hat, hast du außer Acht gelassen; und du hast den Gott vergessen, der dich hervorbrachte!” (5. Mose 32,16-18)

(Siehe ganzen Artikel!)

Nur so wird Israel wach und wendet sich als Volk seinem Gott erneut zu. Dies geschieht auch in diesen Tagen. Israelische Soldaten treten nun wieder vor jedem Gefecht gemeinsam vor den Herrn und bitten ihn um Schutz. Vor der Klagemauer Jerusalems versammelt sich die Bevölkerung in großer Einheit, um Gott anzurufen und um Vergebung und Bewahrung zu bitten. Israel besinnt sich und kehrt zurück zu seinem Gott. Aber zu welch einem schrecklichen Preis.“

 

 

Im Ölbaum eingepfropft sein, hat eine tiefe Bedeutung

Vielen Christen stellt sich die Frage: „Wie können wir als Christen Israel helfen und unser Brudervolk unterstützen?“ Doron Schneider antwortete darauf sehr klar: „Indem wir uns darauf besinnen, dass wir zusammengehören. Um mit Paulus zu sprechen: Ihr seid die eingepfropften Zweige, wir die Wurzel des Ölbaums. Das hat eine tiefe Bedeutung. Lasst mich das anhand der acht Ölbäume erklären, die in Israel heute noch stehen und die zur Zeit Jesu bereits standen. Wodurch blieben diese Bäume am Leben? Und solange? Weil man ihnen immer wieder neue Zweige einpfropft. Diese Zweige geben der Wurzel kontinuierlich neues Leben, verjüngen sie und verhindern so das Sterben der Bäume. Genauso ist es mit Israel und den Christen.

Mit eurem Gebet gebt ihr der alten Wurzel neues Leben, eure Gebete erhalten Israel am Leben. Ohne euch könnten wir einpacken. Deshalb: Besinnt euch auf die Wurzel, zu der ihr gehört, vergesst uns nicht, steht vor Gott für uns ein. Der Ölbaum Gottes kann nur zusammen überleben. Die Wurzel nicht ohne die Zweige und die Zweige nicht ohne die Wurzel. Wir brauchen euch wie nie zuvor. Und ihr braucht uns. Seid euch dessen bewusst. Nur zusammen öffnen wir den Weg für die Rückkehr Jesu. Er wird wiederkommen. Durch unsere gemeinsame Anstrengung. Die Vollzahl der Nationen muss eingehen in Gottes Schalom und zu ihm umkehren, dann wird auch die Decke endlich von Israel genommen und der Weg ist dann frei für IHN.

 

 

Ihr seid die Wächter Israels

Ihr seid die Wächter auf den Mauern Jerusalems. Gönnt euch keine Ruhe. Gott hat uns ein geistliches Schwert gegeben, die Bibel. Gebraucht es! Denn Israel braucht ein Wunder. Ich bin gewiss, Gott zieht seine Verheißungen nicht zurück. Bitte richtet daher das Volk Israel nicht, sondern schaut mit uns gemeinsam auf Jesus allein. Mir ist es ein großer Trost, dass ich weiß, dass Gott treu ist und sich letztendlich seinem Volk immer wieder zuwendet, und es beschützt. Ob Christ oder Jude, das gilt für uns alle gleichermaßen.“

Der Abend mit Doron Schneider war trotz der schockierenden Einzelheiten über den 7. Oktober aufbauend und wegweisend. Er gab Hoffnung und eine durchaus auch ermutigende Sicht auf die derzeitigen Geschehnisse im Nahen Osten, die Doron Schneider gleichermaßen als Christ und als Jude beurteilen kann. Alle seine Aussagen waren dabei umfassend biblisch fundiert. Er gestaltete den Abend mit großer Empathie und gab den Anwesenden einen tiefen Einblick in die oft mehr als herausfordernde Zeit, durch die wir gemeinsam mit dem Herrn gerade gehen. Ein mutiger und für Jesus brennender Mann. Ganz ohne Frage! Mut beweist auch die Gemeinde Brügge-Lösenbach, sich dem Thema Israel beständig und öffentlich zu stellen. Davor darf man in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder gefährlich präsent ist, „den Hut ziehen“.

Doron Schneider in Flawil
Doron Schneider in Flawil (CH) – Mai 2024

Zu wünschen wäre, dass einer Stimme wie der von Doron gerade unter uns Christen noch mehr Gehör geschaffen würde. Man kann ihn gern einladen. Dazu darf man ihn über seine Webseite www.doronschneider.de kontaktieren und dort auch seinen Newsletter abonnieren.

Alles in allem: Ein beeindruckender, charismatischer Mann, den kennenzulernen mir persönlich eine Freude war. Er ging und hinterließ keine Fragezeichen, sondern ein klares Statement und eine biblisch in allen Einzelheiten belegte Ausrichtung auf das, was wirklich wichtig ist: Dem Herrn treu zu sein, seine Wege zu gehen und zu begreifen, dass wir als Christen und Juden untrennbar zusammengehören. Israel und die Gemeinde Jesu bleiben gemeinsam, was sie sind und immer waren: Gottes Dream-Team und Rettungsanker für die Welt!

 

 

Zu Doron Schneider:

Beharrlichkeit, Kreativität und Leidenschaft sowie der feste Glaube an Gott haben den sympathischen Israeli Doron Schneider, der in Düsseldorf geboren wurde und mit 11 Jahren nach Israel zog, zu dem gemacht, was er heute ist: Einerseits ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sich andererseits Monat für Monat eine Woche aus dem Big-Business‘ verabschiedet, um seiner Berufung zu folgen und den Menschen außerhalb Israels einen tiefen Einblick in die derzeitige Nahost-Situation im Licht der Bibel zu geben. Er ist nicht nur Autor einiger wegweisender Bücher und Publizist in zahlreichen Print- und Internetmedien, sondern Doron Schneider ist mit mehr als 4000 Referaten in den letzten 20 Jahren, einer der gefragtesten israelischen Vortragsredner überhaupt. Doron Schneider versteht sich heute vorrangig als Dolmetscher zweier Kulturen und möchte Menschen inspirieren – ihnen eine neue Sicht auf Israel vermitteln. Wer ihn kontaktieren möchte: Er ist erreichbar über seine deutsche Webseite www.doronschneider.de. IK

 

Wir danken Iris Kannenberg für die korrekte und genaue Zusammenfassung vom Inhalt meines Vortrages!

Hiermit lade ich dich zu meinen nächsten Vorträgen in deiner Umgebung ein (siehe Terminkalender), um die geistlich und prophetischen Hintergründe der Geschehnisse in Israel und dem Nahen Osten zu verstehen!

Wir freuen uns auf dich!

Eure

Doron & Shelly

Israelische Flagge
„Man darf Israel nicht zu sehr verherrlichen“

„Man darf Israel nicht zu sehr verherrlichen“

Ein Interview mit Doron Schneider

 

Doron, du bezeichnest dich selbst als Dolmetscher zwischen den Kulturen. Was meinst du damit?

Ich bin in Deutschland geboren. Als ich elf Jahre alt war, sind wir nach Israel eingewandert. In Israel habe ich recht schnell Hebräisch gelernt und musste nach der Schule, wie alle Israelis, direkt zum Militärdienst. Ich diente drei Jahre bei der Marine in einer Spezialeinheit. Seit über 20 Jahren reise ich mehrmals im Jahr nach Deutschland und halte Vorträge über Israel.

Durch diese Lebenserfahrungen in Deutschland und in Israel sowie die vielen Reisen weiß ich, wie die Deutschen und wie die Israelis “ticken”. So betrachte ich mich als Dolmetscher oder auch Brückenbauer zwischen diesen beiden Kulturen. Es hilft mir sehr dabei, den Deutschen die israelische Seite zu erklären und in meinen geschäftlichen Tätigkeiten gute und gesunde Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

Darüber hinaus inspiriere ich gerne Menschen, indem ich ihnen eine neue Sicht von Israel vermittle. Meine Herzenssache ist, ein frisches und neues Bild von Israel aufzuzeigen!

 

Für viele Christen scheint Israel aktuell kein vorrangiges Thema zu sein. Woran liegt das?

Das ist so, weil für die meisten Christen das heutige Israel nicht das biblische Israel ist, sondern ein politischer Staat wie alle anderen. Durch unsachliche oder voreingenommene Berichterstattung in vielen Medien hat Israel so ein negatives Image, dass es auch Christen schwerfällt zu glauben, dass Gott seinen Heilsplan mit  einem Volk ausführen wird, das Medienberichten zufolge Menschenrechte verletzt, Land raubt und keine Rücksicht auf das Leben arabischer Kinder nimmt.

Medien haben großen Einfluss auf unsere Meinungsbildung und gestalten die Mainstream-Meinungen in allen Bereichen, deshalb sollten wir unsere Informationen von unvoreingenommenen Quellen und aus der Bibel holen.

 

Du hältst Vorträge über Israel in Gemeinden. Wie ist es dazu gekommen? 

Gott hat mir diesen Auftrag gegeben. Ich war als Kind sehr schüchtern und konnte nicht vor anderen Menschen sprechen. In der Schule habe ich mich deswegen fast nie gemeldet.

Als Gott mir dann diesen Auftrag gab, fühlte ich mich wie Mose, der sich auch anfänglich weigerte, weil er stotterte. Als ich Gott fragte, wie er sich das mit meiner Schüchternheit vorstellt, hat er mir keinen Aaron zur Seite gestellt wie Mose, aber er hat mich von meiner Menschenangst befreit:

Ich saß mit starkem Herzklopfen im Flugzeug auf dem Weg zu meiner ersten Vortragsreise in Deutschland. Plötzlich realisierte ich, dass ich etwas zugesagt hatte, was ich gar nicht konnte. Das Herzklopfen und die Angst davor wurden immer stärker. Ich wünschte mir fast, dass das Flugzeug abstürzen möge, damit ich nicht vor den Leuten sprechen musste.

Dann habe ich Gott gebeten, dieses Lampenfieber wegzunehmen, wenn er mich gebrauchen wolle. So geschah es dann auch. Kurz bevor ich auf die Bühne gerufen wurde, habe ich mich gekniffen, um festzustellen, ob es wahr ist oder nicht – denn ich war so ruhig, obwohl ich gleich dran war. Als ich auf der Bühne stand, merkte ich, dass Gott mich geheilt hatte und ich frei vor großem Publikum sprechen konnte.

Wenn Gott dich für etwas beruft, dann rüstet er dich auch mit allem Nötigen aus. Mose bekam Aaron an die Seite gestellt und bei mir war es die Heilung von meiner Furcht.

Schavuotfest - Holy Spirit

Auf der Bühne von ICF Zürich

Was treibt dich an, diese Arbeit schon seit über 20 Jahren zu tun? 

Die Überzeugung, dass Gott mich dazu berufen hat. Jedes Mal, wenn ich versuche, mich von diesem Auftrag loszulösen, findet Gott einen Weg, mir die Wichtigkeit dieses Dienstes auf verschiedene Weise neu zu zeigen. Es ist keine einfache Berufung. Fast jeden Monat die Familie für eine Woche zu verlassen, dann die vielen Flüge, jeden Tag ein anderes Hotel.

Übrigens lebe ich gar nicht von den Vortragsreisen, denn ich bin Geschäftsmann. Somit bleiben mir jeden Monat nur drei Wochen, um über die Runden zu kommen.

Dazu kommen auch noch viel Kritik, Angriffe und Verleumdungen von Leuten, die in Bezug auf Israel nicht meiner Meinung sind. Um all dem zu widerstehen, muss man sehr fest davon überzeugt sein, im Auftrag Gottes zu stehen – sonst hätte ich schon lange damit aufgehört.

 

Welche Beobachtungen hast du bei deinen Vortragsreisen gemacht? Gibt es Stereotype?

Man darf Israel nicht zu sehr verherrlichen. Obwohl Israel und Gottes Heilsplan mit Israel zu unserem christlichen Konzept gehören, gibt es manche “Israel-Romantiker”, die es mit ihrer Liebe zu Israel so sehr übertreiben, dass Jesus einen zweitrangigen Platz bekommt. Das ist nicht gut und hindert andere Christen daran, zu Freunden Israels zu werden.

Viele Pastoren haben mir berichtet, dass sie anfänglich keinen Israelvortrag in ihrer Gemeinde haben wollten; nicht, weil sie etwas gegen Israel hätten, sondern weil sie die Befürchtung hegten, ihre Gemeindemitglieder würden dann zu solchen “Israel-Romantikern” werden. Wenn irgendetwas mehr Priorität als Jesus in unserem christlichen Leben bekommt, seien es Themen wie Geistesgaben oder Traditionen oder Israel, dann läuft irgendwann etwas schief mit unserem Glauben.

Jesus muss immer im Zentrum bleiben. Genau wie der Stern ganz oben auf einem Weihnachtsbaum sitzt, danach kann man den Baum weiter schmücken wie man will. Bei manchen Christen hängt das Thema Israel ganz oben am Baum und bei anderen etwas tiefer.

 

Was ist aus deiner Sicht das häufigste Missverständnis über Israel unter Christen? 

Eines der Missverständnisse liegt darin, dass Christen in Israel nur ihren “großen Bruder” sehen und dabei übersehen, dass die Gemeinde Jesu und Israel zusammengehören. Diese Zusammengehörigkeit hat Gott sogar schon in der Schöpfungsgeschichte vorausgesehen.

Wenn wir die Schöpfungsgeschichte einmal aus einer weiteren, einer anderen Perspektive betrachten, dann bekommen wir plötzlich ein Bild über das, was Gott mit Israel und der Gemeinde heute und morgen macht:

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.“ (1.Mose 2,18,21-22)

So hat Gott auch das Volk Israel für eine gewisse Zeit in einen „tiefen Schlaf“ fallen lassen. Paulus schildert dies in Römer 11,25: „Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen ist.“ Anders übersetzt: „bis die volle Zahl von Menschen aus anderen Völkern zum Glauben gekommen ist.“

Während Adam schlief, formte Gott aus Adams Rippe Eva. So formt Gott auch in unseren Tagen seine Gemeinde, während das Volk Israel sich noch in dieser „Blindheit“ für ihren Messias Jesus befindet.

Genauso, wie Gott Adam erst dann aus seinem tiefen Schlaf holte, als Eva „fertig geformt“ war, wird er erst dann, wenn die „Fülle der Heiden“ erreicht – also die Gemeinde fertig geformt ist – seinem Volk die Blindheit für ihren Messias Jesus wieder wegnehmen – und keine Minute früher. Und dann geht es mit Sacharja 12,10 weiter: „… und sie werden auf mich [Jesus] blicken, den sie durchbohrt haben.“

Genauso, wie es damals war, als Adam dann auf „seine Eva“ blickte: „Da sprach der Mensch: Das ist ja Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch!“  Wir gehören zusammen!

 

Was ist die entscheidende Frage, wenn man sich als Christ mit Israel auseinandersetzt?

Man darf Israels Politik kritisieren, aber das darf nicht auf die geistliche Ebene übergehen. Gott hat nun mal das Volk Israel auserwählt, ob es uns passt oder nicht. Und auch, wenn das heutige Israel als Volk Gott nicht gehorsam ist, bleibt es weiterhin Gottes auserwähltes Volk, und er wird seinen Heilsplan mit ihm zu Ende führen. Sacharja 12,10 sagt, dass Jesus nach Jerusalem zurückkehren wird, und dann wird das Volk Israel auf Jesus „schauen, den sie durchbohrt haben“.

Damit sich dieser Bibelvers erfüllen kann und wird, führt Gott sein Volk in unseren Tagen aus allen Teilen der Welt zurück nach Israel und wird seinen Heilsplan mit Israel erfüllen. Das müssen wir auch dann glauben können, wenn die israelische Politik uns nicht immer schmeckt. Aber hier machen viele Christen den Unterschied nicht, und ihre Kritik am Staat Israel hindert sie daran zu glauben, dass die biblischen Verheißungen mit dem heutigen Israel erfüllt werden können.

 

Wenn man von Israel spricht, ist es tatsächlich nicht immer ganz klar, ob das biblische oder der Staat Israel gemeint ist. Kann, sollte man das trennen? 

Den Staat Israel und das biblische Israel kann man nicht trennen. Denn die biblischen Verheißungen gehen heute durch den Staat und seine Politiker in Erfüllung. Sogar Christen können bei der Wiederherstellung Israels mithelfen, denn das Wort Gottes verheißt: Wenn das jüdische Volk wieder in sein Heimatland zurückkehrt, werden „Fremde“ die Mauern Israels bauen (vgl. Jesaja 60,10).

Hierbei sehe ich mich wieder als Brückenbauer zweier Kulturen, indem ich es deutschen Investoren ermögliche, bei der Wiederherstellung Israels mitzuwirken. Als Christen können wir mit dem Herzen an der Seite Israels stehen, aber auch ganz praktisch Anteil an der prophetischen Wiederherstellung Israels nehmen. So gehen der Staat Israel und das biblische Israel Hand in Hand zusammen.

 

Wie du schon sagtest, scheint es schwierig zu sein, zu Israel an Informationen zu kommen, die keiner bestimmten Agenda folgen. Welche Herangehensweise empfiehlst du?

Es gibt einige Medien, die unvoreingenommen  über Israel berichten, wie Israelnetz, Israel-Heute oder meinen kostenlosen Rundbrief. Bei meinen Berichten geht es hauptsächlich um ein biblisches und prophetisches Verständnis der heutigen Ereignisse in Israel und im Nahen-Osten.

 

Zum Abschluss: Welche Gedanken möchtest du den Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben? 

Erstens, ein Freund Israels zu sein heißt nicht, ein Feind der Araber oder der Palästinenser zu sein. Gott hat einen Heilsplan für beide Völker, weil er beide liebt.

Zweitens, ein Freund Israels zu sein heißt auch nicht, dass man alles befürworten oder bejubeln muss, was der Staat Israel macht; sondern die echten Israelfreunde stehen hinter Israel, weil Gott hinter Israel steht. Sie lieben Israel, weil Gott es liebt.

Gott hat uns als Person auch schon geliebt, als wir ihm noch ungehorsam waren. Auch nachdem wir unser Leben Jesus übergaben und dann ab und zu wieder ungehorsam waren, hat er uns nicht verstoßen, sondern uns geliebt, wie ein guter Vater, der seine Kinder immer liebt. So hat Gott auch Israel nie verstoßen und tut es auch jetzt nicht, wenn die heutigen Israelis zum großen Teil Gott ungehorsam sind. Er wird ihnen bald die Decke vor den Augen wegnehmen.

Das wird bald geschehen, denn die biblischen Verheißungen der Wiederherstellung Israels sind heute klar und deutlich überall in Israel sichtbar.

Gott lässt auch sein geistliches Volk, die wiedergeborenen Christen, an seinem Heilsplan mit Israel teilnehmen. Viele christliche Organisationen haben Juden geholfen wieder nach Israel zurück zukehren, wie der Prophet Jesaja voraussagte: „Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen.“ (Jesaja 49,22)

Weiter voraussagt Jesaja: „Und Fremde werden deine Mauern bauen.” (Jesaja 66,10)
Damit sind die Immobilien in Israel gemeint, die von „Fremden”, von den Christen aus dem Ausland, die mit ihren Investitionen und Darlehen diese Verheißung heute und morgen erfüllen.

Schavuotfest - Weizenernte in Israel (Foto: Shutterstock)