Erst im Mittelalter wurden die Vokale der hebräischen Schrift hinzugefügt. Deshalb könnte es wohl möglich sein, dass bei diesem Vers das Wort AMI עַמִּי (mein Volk) ursprünglich vielleicht auch IMI עִמִי (mit mir) heißen sollte. Dann müsste dieser Vers aus Jesaja 40,1 wie folgt heißen: „Tröstet, tröstet mit mir, spricht euer Gott.“

In diesem Fall würde Gott die Heidenvölker aufrufen, zusammen mit ihm „sein Volk“ zu trösten.

„Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist; denn sie hat von der Hand des Herrn Zweifaches empfangen für alle ihre Sünden“. (Vers 2).

Jesaja 40,1
Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott

ישעיה מ׳ א׳ 

נַחֲמ֥וּ נַחֲמ֖וּ עַמִּ֑י יֹאמַ֖ר אֱלֹהֵיכֶֽם׃

Da das Vokabular der hebräischen Bibel nur 7704 Wörter umfasst, besitzen die meisten von ihnen eine vielschichtige Bedeutungsbreite, die sich gegen jedwede vereinheitlichende Übersetzung stemmt. Genauso wie das Wort RUACH רוּחַ, das 337 x in der Schrift vorkommt, „Hauch“, „Atem“, „Wind“, „Geist“, „Gewissen“ oder „Gesinnung“ bedeuten kann, heißt NÄFÄSCH נֶפֶשׁ, das 755 x erscheint, nicht nur „Seele“, sondern auch „Atem“, „Leben“, „Verlangen“, „Empfinden“, „Mensch“, „Wille“ – um hier nur die wichtigsten Bedeutungen zu nennen. Das hebräische Wort BERITH בְרִית wird in den deutschen Bibeln mit „Bund“, „Verheißung“ und „Bündnis“ übersetzt. Ähnlich ist es mit dem deutschen Wort „Friede“, das weder mit SCHALOM שָׁלוֹם deckungsgleich ist, noch innerhalb des Wortfeldes Schalom ganz „auf seine Rechnung kommt“, da hebräische Schlüsselbegriffe häufig überlappen. Während einerseits „Schalom“ sein „Heil-Wohl“ nicht immer friedlich erwirken muss (z.B. Jer. 28,9; 2 Sam 11,7), die berühmte Friedensvision Jesajas (2,2-4) hingegen ohne das Wort Schalom auskommt, schwingen anderseits in den drei göttlichen Tugenden CHESED חֶסֶד (Huld, Gnade, Bundestreue usw.), ZEDEK צֶדֶק (Recht, Gerechtigkeit usw.) und EMET אֱמֶ֑ת (Wahrheit, Treue, Zuverlässigkeit usw.) einige der Grundkomponenten von „Frieden“ mit. Um dem semantischen Dilemma näherzukommen, müssen wir mit dem Verbalstamm SCH-L-M ש-ל-ם beginnen, denn im Hebräischen zentriert sich alles um das Zeitwort, aus dem die meisten Hauptwörter, ja sogar das Tetragramm des Gottesnamens JAHWE hergeleitet werden. Die Sprache der Bibel ist gleichsam ein Meer von Wellen, wo Handlung um Handlung rauscht. So heißt SCHALEM שָׁלֵם  „Ganz“, „voll“, „genügend“, oder „vollkommen“ sein; im Prinzip „wohlbehalten“ oder „unversehrt“ (1 Mose 33,18); mit jemanden „schalem“ sein (1 Mose 34,21; 1 Könnte 8,61) heißt, ihm die Treue bewahren – also nicht heimlich uneins werden – und in einer anderen grammatischen Form heißt „schilem“ שִׁלַּם „bezahlen“, „ersetzen“, „ahnden“, „vergelten“ (2.Mose 21,33; 5.Mose 32,41; 1.Sam 24,20; Ruth 2,12; Ps 37,8).
CHESED חֶסֶד (Huld, Gnade, Bundestreue) ZEDEK צֶדֶק (Recht, Gerechtigkeit) EMET אֱמֶ֑ת (Wahrheit, Treue, Zuverlässigkeit) BERITH בְרִית (Bund, Verheißung, Bündnis)
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