Israels Ministerpräsident Netanjahu vergleicht Donald Trumps Entscheidung, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zurück zu versetzen, mit dem Cyrus-Edikt, welches den Juden damals den Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels erlaubte.

Wo bleibt der Mut?

Weltweit warnten zahlreiche Politiker und andere Würdenträger – unter ihnen der deutsche Außenminister Siegmar Gabriel, der katholische Papst – den amerikanischen Präsidenten Donald Trump vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, obwohl „bereits seit Jahrzehnten die internationale Gemeinschaft stillschweigend Jerusalem als Hauptstadt Israels an erkennt“, so die Nachrichtenagentur WeltN24, „weil sie die Stadt der jüdischen Könige David, Salomon und Herodes war, die Stadt, in der bis zur Zerstörung durch die Römer der jüdische Tempel stand, und in der Jesus als ‚König der Juden‘ von den Römern gekreuzigt wurde – die Stadt, die alle Juden seit 2000 Jahren beim Pessachfest beschwören: ‚Nächstes Jahr in Jerusalem!‘ Allen ist klar“, so WeltN24 weiter, „dass diese Stadt – die nur deshalb den Christen und Muslimen heilig wurde, weil sie seit jeher den Juden heilig ist – die Hauptstadt des jüdischen Staates ist und sein muss.“

Alle Staatsreden in Jerusalem

Aus diesem Grund hielt Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat vor vierzig Jahren seine historische Friedensrede im israelischen Parlament, der Knesset, die sich bekanntlich in Israels Hauptstadt Jerusalem befindet. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel befand sich nicht etwa in Tel Aviv, sondern in Israels Hauptstadt Jerusalem, als sie vor den Parlamentariern der Knesset ‚die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson‘ erklärte.

Sehr genau erinnere ich mich an die Geschehnisse des Jahres 1980, als alle Staaten unter dem politisch-wirtschaftlichen Druck der arabischen Führer, ihre Botschaften von Jerusalem nach Tel Aviv verlegten. Nur wenige Tage nach der arabischen Drohung, den Nationen kein Öl mehr zu liefern, konnten wir Israelis damals im Fernsehen mitverfolgen, wie die Botschafter aller Staaten, mit ihren Aktenköfferchen in der Hand, aus ihren bisherigen Jerusalemer Residenzen wortwörtlich flohen.

Von Trauer zu Freude oder Freude zur Trauer?

Nicht nur die Einwohner Jerusalems begrüßten sich am folgenden Tag mit: „Hast du schon gehört? Sie haben uns wieder einmal im Stich gelassen“. Das jüdische Volk empfand das damalige ‚Einknicken‘ der Nationen vor der Erpressung durch die arabischen Führer als ein erneutes  ‚Allein-lassen‘ – nach dem Motto: Es sind doch bloß Juden! Die kollektive Stimmung in den Straßen der israelischen Hauptstadt Jerusalem war depressiv und tief betrübt.

Heute, 37 Jahre später, herrscht nun endlich wieder große Freude in den Gassen und Straßen unserer Hauptstadt, weil die Vereinigten Staaten von Amerika-, weil die Weltmacht USA Jerusalem wieder offiziell als Hauptstadt des Staates Israel anerkannt hat.

Obwohl es ein mutiger Schachzug seitens Donald Trumps ist, sollten wir nicht vergessen, dass es nicht in der Macht des amerikanischen Präsidenten liegt zu entscheiden, ob Jerusalem die Hauptstadt Israels und des jüdischen Volkes ist oder nicht, sondern es ist eine reale- und auch eine biblische Tatsache – und es ist letztendlich eine göttliche Entscheidung!

Donald Trump – der selbst ernannte ‚Deal Maker‘ – hat übrigens klargemacht, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem keine Vorentscheidung hinsichtlich des endgültigen Status der Stadt und der künftigen Grenzen zwischen Israel und einem künftigen palästinensischen Staat bedeutet, zu dem sich Trump ausdrücklich bekannte.

Trump hat in seiner gesamten Rede nicht ein einziges Mal den Begriff ‚ungeteilte Stadt Jerusalem‘ gebraucht und auch nicht andeutungsweise von einem ‚ganzen Jerusalem‘ gesprochen. Daher befürchtet man in Israel, dass er letztendlich Ost-Jerusalem einem zukünftigen palästinensischen Staat überlassen wird und die Israelis schon sehr bald realisieren müssen, dass Trump nur den westlichen Teil Jerusalems als Hauptstadt Israels anerkannt hat. Dann wird sich die große Freude des jüdischen Volkes wieder einmal in tiefe Trauer verwandeln.

Israelis gegen Teilung Jerusalems

In einer aktuellen Umfrage vom Juni 2017, erklärten 84% der israelischen Bevölkerung, dass, sie eher bereit wären, auf ein Friedensabkommen mit den Palästinensern zu verzichten, als der erneuten Teilung Jerusalems zuzustimmen. Das Ergebnis dieser Umfrage verspricht noch einen harten Kampf um Jerusalem. Auch GOTT der HERR wird „um Zions willen nicht schweigen, und um Jerusalems willen nicht ablassen, bis SEINE Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und SEIN Heil wie eine brennende Fackel.“ (Jesaja 62,1)

Ja, auch ich möchte mich so gern über Donald Trumps Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels freuen, doch es sieht viel mehr nach „der Ruhe vor dem Sturm“ aus. Wie immer hat die Bibel recht: Jerusalem wird mehr und mehr zum ‚Laststein der Völker‘.

„Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ICH Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reißen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln.“ (Sachara 12,3)

Liebe Grüße aus Jerusalem, der ewigen Hauptstadt Israels!
Ihr
Doron Schneider

Tags

Doron Schneider - Newsletter aus Israel

Abonnieren Sie meinen Newsletter

Immer gut informiert über die aktuellen Geschehnisse in Israel, und wie sich die Bibel darin erfüllt.

+
Alle 6 Monate verlosen wir unter allen Neuanmeldungen einen Flug nach Israel. 
Neu: Aktuelle Infos über WhatsApp, jetzt anmelden!

You have Successfully Subscribed!

X