Gott hat sein Volk und seine Stadt in den Mittelpunkt der Heilsgeschichte gestellt und die Gemeinde ist berufen, Zeuge, Fürbitter und Wächter zu sein.
Doch viele Gemeinden behaupten, das Thema Israel sei „politisch“ und gehöre deshalb nicht in den Gottesdienst. Das ist nicht nur ein Irrtum, es ist ein gefährlicher geistlicher Blindfleck. Denn wenn die Kirche heute wieder schweigt, überlässt sie die Deutungshoheit über Israel den weltlichen Medien. Wer schweigt, wenn die Wahrheit oder Israel angegriffen wird, macht sich mitschuldig.
Verschlossene Türen – offenes Schweigen: Während Christen am Jahrestag des 7. Oktober für Israel beten und Solidarität zeigen wollen, bleibt der Kölner Dom verschlossen. Ein Symbol für das Schweigen der Kirche – dort, wo ihre Stimme am lautesten sein müsste. (Foto: Shutterstock)
Es ist, als würden Eltern sich weigern, mit ihren Kindern über Sexualität oder Drogen zu sprechen, in der Annahme, das sei „kein Thema für Zuhause“. Doch dann stellen sie überrascht fest, dass ihre Kinder ihr Weltbild längst aus weltlichen Quellen geformt haben. Genauso verhält es sich mit Israel: Wenn die Kirche nicht mehr biblisch darüber lehrt, dann tut es die Welt, aber ohne Wahrheit, ohne Geist, ohne Gottes Perspektive. Das Ergebnis?
Die Kirche schweigt und die Geschichte beginnt sich zu wiederholen. Denn wenn die Kanzel verstummt, übernimmt die Welt die Auslegung und mit ihr auch die Lüge. So lassen sich Christen von weltlichen Narrativen leiten und positionieren sich unbewusst auf Seiten jener, die Israel anklagen. Die Geschichte zeigt uns bedrückend deutlich, wohin schweigender Glaube führen kann: Im 20. Jahrhundert blieben Millionen stumm, während das Volk Gottes verfolgt und vernichtet wurde.
In den folgenden Zeilen über die Parallelen der Wiederherstellung Israels – damals und heute – wirst du erkennen, wie stark die Bibel in politische Ereignisse hineinwirkt. Sie zeigt uns, dass das, was heute in Israel geschieht, kein Zufall ist, sondern Teil von Gottes Heilsplan und dass selbst politische Entwicklungen uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten können.
Die Wiederherstellung Israels – damals und heute
Zweimal in der Geschichte wurde das Volk Gottes in die Verbannung geführt. Beim ersten Mal lebten sie 70 Jahre im Exil in Babylon, bevor Gott sie zurückführte und beim zweiten Mal 2.000 Jahre lang zerstreut unter die Nationen. Doch beide Male blieb die göttliche Verheißung dieselbe: Das Volk Israel wird heimkehren. Die Rückkehr aus Babylon durfte nicht länger als 70 Jahre dauern, denn die Propheten hatten angekündigt, dass der Messias in Israel geboren werden würde. Damit sich diese Verheißung erfüllen konnte, führte Gott sein Volk rechtzeitig zurück, um Jerusalem und das Land wiederherzustellen.
Die Mauer Jerusalems – Symbol der Wiederherstellung
Im Buch Nehemia (Kapitel 4,1-2) lesen wir von einem entscheidenden Moment: Als die Juden nach dem Exil begannen, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen, erhob sich plötzlich Widerstand von allen Seiten. Die Nachbarvölker – Ammoniter, Araber und andere – verspotteten sie und ihr Zorn führte zu Angriffen gegen Israel. Doch Nehemia und das Volk gaben nicht auf. Sie beteten, sie arbeiteten, sie kämpften – mit der Kelle in der einen Hand und dem Schwert in der anderen. Ihr Glaube trug sie durch Spott, Drohungen und Intrigen. Und nach nur 52 Tagen war die Mauer vollendet – ein sichtbares Zeichen, dass Gottes Hand über seinem Volk ist.
Die Parallele zu unserer Zeit
Diese biblische Geschichte klingt erschreckend aktuell. Seit der Wiedergründung des Staates Israel im Jahr 1948 erleben wir ein ähnliches Muster. Auch heute erheben sich Nachbarn gegen die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land. Gleich nach der Staatsgründung griffen fünf arabische Armeen das neugeborene Israel an – mit dem erklärten Ziel, es zu vernichten. Doch wie damals blieb das Volk standhaft. Es baute, pflanzte, verteidigte und glaubte. Aus den Trümmern der Shoah entstand ein blühendes Land – eines der innovativsten und lebendigsten der Welt.
Siebzig Jahre lang lag Jerusalem in Trümmern, bis Gott sein Volk aus Babylon zurückführte. Zweitausend Jahre lang war das Land verödet, bis 1948 die Juden aus der ganzen Welt zurückkehrten und das Land wieder zum Leben erweckten. Warum regte sich seit ihrer Rückkehr solch ein heftiger Widerstand gegen Israel?
Die Bibel gibt eine klare Antwort:
„Als Sanballat und Tobija und die Araber, die Ammoniter und die Asdoditer hörten, dass die Wiederherstellung der Mauer von Jerusalem fortschritt … da wurden sie sehr zornig.“ (Neh. 4,1)
Dieser Vers und weitere im Buch Nehemia (2,10) geben uns nicht nur die Tatsache wer über die Rückkehr Israels zornig wurde, sondern, den eigentlichen Grund für ihren Zorn – die Wiederherstellung Jerusalems. Es waren keine politischen oder menschlichen Gründe für die Ursache der feindlichen Angriffe. Denn sie waren doch gerade erst ins Land gekommen und hatten noch gar nicht die Möglichkeit, ihren Nachbarn etwas anzutun, sie zu ärgern oder ihnen einen Grund für diesen Zorn zu geben. Nein. Es war damals und ist auch heute ein geistlicher Widerstand:
Der Feind erkannte, dass die Wiederherstellung Jerusalems und des Landes Israel den Plan Gottes und das erste Kommen des Messias vorantrieb, und versuchte dies mittels Angriffen zu verhindern.
Auch heute begegnet Israel massivem Widerstand – nicht nur von Nachbarstaaten, sondern weltweit. Der wachsende Hass ist kein politisches Phänomen, sondern geistlich begründet: Laut Paulus ist die Wiederherstellung Israels eine Voraussetzung für die Wiederkunft Jesu. „Den [Jesus] muss der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung.“ (Apg. 3,21) Nicht politische Entscheidungen, mediale Narrative, wie die Siedlungspolitik oder der erfundene Genozid, ist der Grund für die Angriffe aus Israel, sondern Gottes Heilsplan.
Wie damals Nehemias Bauleute Spott und Widerstand erlebten, sieht sich auch der Staat Israel heute Angriffen durch Kriegen, Medien, Politik und selbst Teile der Kirche ausgesetzt. Dass die Welt sich durch Täuschung beeinflussen lässt, überrascht wenig – sie kennt die Wahrheit der Schrift nicht. Doch das Schweigen vieler Kirchen und Gemeinden angesichts von Verleumdung und Angriff auf Israel ist eine Tragödie. Wer Gott liebt, kann angesichts von Verurteilung und Angriffen gegen sein Volk nicht gleichgültig bleiben.
Wir leben sichtbar in der Zeit der Wiederherstellung Israels: Jede Rückkehr eines Juden nach Israel, jeder gepflanzte Baum und jedes wieder aufgebaute Haus bezeugen, dass Gott heute seine Verheißungen an Israel erfüllt. Mit jedem Schritt dieser Wiederherstellung rückt auch die Wiederkunft Jesu näher.
Die Mauer Jerusalems in unseren Tagen. (Foto: Shutterstock)
Die biblische Botschaft ist zeitlos: Gott vollendet, was Er begonnen hat – „Und die Mauer wurde fertig“ (Neh. 6,15). In jeder Phase der Wiederherstellung Israels begegnen wir neuen Herausforderungen. Daher sind wir aufgerufen, durch Gebet, Unterstützung und Engagement aktiv am göttlichen Plan mitzuwirken. Indem wir uns heute für die Wiederherstellung Israels einsetzen, gestalten wir die Zukunft und bereiten den Weg für Sein Kommen.
Israel gehört in den Gottesdienst
Die Bibel trennt nie zwischen „Glaube“ und „Politik“ im modernen Sinn. Gott ist Herr über alle Bereiche des Lebens, auch über Nationen, Regierungen und politische Entwicklungen. Darum ist es unbiblisch, zu sagen, Israel oder politische Themen hätten „nichts im Gottesdienst verloren“.
Hier sind zentrale Bibelstellen, die belegen, dass Gott auch in staatliche, nationale und politische Angelegenheiten hineinwirkt, und dass sein Volk dazu berufen ist, darin zu beten, zu handeln und Zeugnis zu geben:
1. Jerusalem ist Gottes Thema – also auch unseres
„Denn der HERR hat Zion erwählt, er hat es zu seinem Wohnsitz begehrt.“ (Ps. 132,13)
2. Jesus selbst sprach über politische Themen
„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ (Matt. 22,21)
3. Christen sollen für Regierende beten – auch im Gottesdienst
„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für die Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ (1. Tim. 2,1-2)
4. Propheten sprachen ständig zu Königen und Politikern
„Und Nathan kam zu David und sprach zu ihm: … Du bist der Mann!“ (2. Sam. 12,7)
5. Gott selbst setzt Könige ein und ab
„Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“ (Dan. 2,21)
6. Gott erwartet von seinem Volk, dass es für seine Nation eintritt
„Suchet den Frieden der Stadt, in die ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es auch euch wohl.“ (Jer. 29,7)
7. Gott behandelt Nationen nach ihrem Umgang mit Israel
„Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ (1. Mo. 12,3)
„Ich werde mit ihnen [den Nationen] ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel.“ (Jo. 4,2)
8. Die Völker gehören Gott
„Denn die Königreiche dieser Welt sind geworden unseres Herrn und seines Christus, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Off. 11,15)
9. Die Gemeinde soll prophetisch in die Welt hineinsprechen
„Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.“ (Matt. 5,14)
10. Gott lenkt die Geschichte der Nationen durch Israel
„Er bestimmte die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israels.“ (5. Mo. 32,8)
11. Die Bibel warnt: Schweigen über Israel ist Untreue gegenüber Gott
„Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen.“ (Jes. 62,6)
Fazit
Das Schweigen über Israel ist nicht Neutralität, sondern Ungehorsam! Die Bibel ist kein politisch neutrales Buch, sondern das lebendige Zeugnis von Gottes Handeln in Geschichte, Völkern und Nationen. Gott hat sein Volk und seine Stadt in den Mittelpunkt der Heilsgeschichte gestellt und die Gemeinde ist berufen, Zeuge, Fürbitter und Wächter zu sein.
Wer Israel im Gottesdienst meidet, weil es „politisch“ sei, verkennt die Bibel selbst:
Sie ist das politischste Buch der Weltgeschichte – voll von Königen, Völkern, Nationen und Gottes Eingreifen in ihre Geschicke.
„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.“ (Jesaja 40,1)
Das ist kein politisches Statement.
Das ist ein göttlicher Auftrag an die Gemeinde Jesu.
Israel ist nicht nur ein Land auf der Landkarte, sondern der sichtbare Beweis, dass Gottes Wort lebendig und wahr ist. Gottes Herz schlägt um sein Volk und sein Land und so sollte auch das Herz jeder Gemeinde und jedes Christen für Gottes Volk schlagen. Gerade jetzt, wo Lüge und Hass zunehmen, sind wir berufen, Licht und Stimme zu sein, das „Salz der Erde“, denn „wenn das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr“ (Matt. 5,13).
