Mit meiner Bibel und Konzept unterm Arm betrat ich 2002 den Berliner Dom und hielt einen Israelvortrag, wie in allen anderen Gemeinden. Ich sah da keinen Unterschied, ob mein Vortrag in einer kleinen Freien Christengemeinde irgendwo im Schwarzwald oder in einem gewaltigen Gebäude, wie dem Berliner Dom stattfand. Für mich war das äussere Gebäude und die Titel nicht von Bedeutung, vielmehr die Herzenseinstellung der Christen zu Jesus. Zu dieser Zeit war der evangelische Theologe Wolfgang Huber noch Bischof im Dom und Ratsvorsitzender der EKD. Es war auf einer meinen ersten Vortragsreisen.

Berliner Dom 2002

Im Berliner Dom – 2002

Mein Vortrag dort verlief viel einfacher als die Kaffeestunde am Vorabend mit dem Domkirchenkollegium, dessen Aufgabe es war, diesen messianischen Juden aus Israel erstmal zu testen, bevor er auf ihrer Kanzel sprechen durfte. Völlig entspannt und unvoreingenommen folgte ich der Einladung zur Kaffeestunde und freute mich auf den leckeren Kuchen, dessen Duft schon das Treppenhaus erfüllte. Man verwies mich höflich an den Kopf des langen Tisches, wo auf jeder Seite acht ältere Herren und Damen aus dem Kollegium saßen.

Immer noch nichts ahnend und guten Mutes begrüßte ich sie mit einem lauten Schalom. Da wurde es auf einmal still und die Gesichter drehten sich zu mir …, wahrscheinlich war es ein seltenes Wort in ihren Ohren, dachte ich mir. Über zwei Stunden löcherten sie mich mit theologischen Fragen, die oft eher ein Minivortrag waren und ein Rätsel für mich, was nun die eigentliche Frage war. Darauf war ich nicht vorbereitet und ich habe ihre Absichten hinter dieser “Kaffeestunde” erst im Nachhinein realisiert. Meine lockere israelische Art – vielleicht war auch etwas Naivität dabei – hat mir bestimmt dabei geholfen, diese Prüfung zu überstehen, denn am nächsten Tag stand ich auf der Kanzel des historischen berühmten Berliner Domes. 

Am folgenden Tag stieg ich aus meinem Mietwagen, packte wieder meine Bibel und Konzept unter den Arm und begrüßte den Pastor einer Pfingstgemeinde in Hamburg, der draußen schon auf mich gewartet hatte. Mit offenen Armen kam er mir entgegen, umarmte und begrüßte mich mit einem Schalom. So unterschiedlich waren die Kirchen und Gemeinden auf meinen Reisen.

 

Bis zum Mond und wieder zurück

In den letzten 20 Jahren war ich jeden Monat eine ganze Woche für Vorträge über Israel in den verschiedensten christlichen Gemeinden unterwegs. 12-mal habe ich dabei die Welt umfahren, wenn man die Kilometer auf den Strassen zusammenrechnet; einmal bis zum Mond und den halben Weg wieder zurück. Insgesamt 3.500 Israel-Vorträge in 3.000 verschiedenen Kirchen und Gemeinden aller unterschiedlichsten Konfessionen.

Ich lernte die Prioritäten der verschiedenen Gemeindekonfessionen zu schätzen. Bei den Brüdergemeinden beeindruckte mich ihr tiefgründiges Bibelkenntnis und bei den Charismatikern ihre freie Art und Geistesgaben. Während die einen dies oder das andere mehr betonten, war bei manchen wiederum die Keuschheit mehr im Mittelpunkt und bei den russlanddeutschen Gemeinden war unter anderem ihre schnelle Hilfsbereitschaft bemerkenswert. 

Am Lobpreis konnte man schnell erkennen, zu welcher Konfession jede Gemeinde gehörte. Manche haben Fahnen in verschiedenen Farben und Symbolen geschwungen, wodurch eine majestätische himmlische Stimmung in den Gemeindesaal kam, wobei andere mit einer Orgel und den klassischen Hymnen Gott ehrfürchtig priesen und anbeteten. 

Während der 20 Jahre, hatte ich das Vorrecht zu beobachten, wie viele verschiedene Möglichkeiten es doch gibt, Jesus zu gefallen. Die engen Freundschaften, die dadurch entstanden  sind, zeigten mir auch, wie ernst sie es alle meinten mit ihrer Nachfolge zu Jesus – jeder auf seine Art. Wie ein Orchester mit den verschiedensten Instrumenten – von einer Triangel und Geige bis zur Tuba. Jedes Instrument alleine wäre langweilig und eintönig, aber alle zusammen, dirigiert von nur einem Dirigenten, ergeben einen himmlischen Klang.

Gerne mache ich meine Vortragsreisen während der Weihnachtszeit – all die schönen Beleuchtungen auf den Strassen und die schön geschmückten Geschäfte. Menschen eilen mit Geschenken für ihre Lieben durch die Strassen. Es ist ein Lichterfest, eine Zeit der Versöhnung und Einheit, an dem sich die Familien wieder zusammenfinden. 

Ich liebe die Weihnachtsstimmung und kann mich kaum an den schön geschmückten Weihnachtsbäumen satt sehen. Ich stelle mir dann immer vor, wie die Familien mit ihren Kindern gemeinsam einen Baum schön schmücken … und am Ende setzen sie zur Krönung den Stern oben drauf.

 

Was setzt du auf die Spitze?

Hast du schon mal einen Weihnachtsbaum gesehen, der auf der Spitze eine Kugel hatte? Eine Kugel, die ihren Platz eigentlich weiter unten hätte? Manche machen das aber so. Da hängt zum Beispiel die “rote Kugel” der Geistesgaben weiter oben, bei anderen die Zungensprache etwas niedriger, andere wiederum hängen die “Gesetzeskugel” lieber etwas höher und manche schmücken den Baum mit vielen Bibelversen noch etwas bunter. Manchmal war ich erstaunt, sogar das Thema Israel ziemlich oben an der Baumspitze zu finden.

Nur solange Jesus oben an der Spitze und im Mittelpunkt unseres Glaubens steht, hängt alles andere am richtigen Platz. Dann kann man den Baum auch unterschiedlich mit den verschiedenen Kugeln und Schmuck, wie die Geistesgaben, die Taufe, die Gebote, Bibellehre oder das Thema Israel schmücken, denn sie gehören alle zusammen auf den Baum. Eine einzige Weihnachtskugel, die einfach irgendwo rumliegt, macht keinen Sinn, aber angehängt an einen Ast am Weihnachtsbaum, zusammen mit den vielen anderen, schmücken ihn auf wunderbare Art.

Der ganze Weihnachtsschmuck am Baum mit Jesus an der Spitze, ergeben eine bunte Gemeinde.

“Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.” Johannes 15,5

Hiermit wünsche ich Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest aus Jerusalem!

 

Dein Doron Schneider

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Doron Schneider - Newsletter aus Israel

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