Oft hört man in Israel-freundlichen Kreisen und Organisationen, “wer Israel segnet, der wird gesegnet”. Diese Aussage aus (aus 1.Mose 12,3) wird oft und zu recht zur Ermutigung von Gebeten und Spenden für Israel verwendet. Was steckt dahinter oder warum ist das so?

“Ich will segnen, die dich segnen” versprach Gott Abram. Später, als aus Abram der Vater vieler Völker wurde, bekam er den Namen Abraham. So könnte man meinen, dass alle, die von Abraham abstammen – Isaak und Ismael sowie die sechs Söhne der Ketura – zwangsläufig Segensträger sind. Gott verhieß zwar, dass er Ismael mit einer zahlreichen Nachkommenschaft segnen wird, doch seinen ewigen Bund richtete Gott allein mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Nachkommen auf (1.Mose 17,19-21).

Isaaks Sohn war Jakob, der mit Gott kämpfte und daraufhin den Namen Israel bekam. So heißt von da an der im Bund verankerte Segensträger “Israel”.

Selbst Bileam, der für Gold Israel fluchen sollte, konnte nicht anders als Israel segnen, denn es heißt in 4.Mose 24,1-9: “Da Bileam erkannte, dass es des Herrn Wille ist, Israel zu segnen, kam der Geist Gottes über ihn und er sprach zu Israel: “Wer dich segnet, der ist gesegnet!” In dem hebräischen “mevarachecha Baruch – gesegnet ist der Segnende” liegt die Wurzel nivrechu – wird Segen erlangen, was reflexiv zu verstehen ist, d.h. wer Israel segnet, segnet sich reflexiv selber, denn er löst damit einen Reflex aus, der ihn segnet. 

Raketen aus Gaza

So ist der Segen, den er empfängt, nicht davon abhängig, ob Israel, die Wohltat, die man Israel getan hat, mit Gutem vergilt. Daher:  Es segnen sich reflexiv selbst, diejenigen die Israel segnen.

Diese Formel gilt auch für le’kalel im zweiten Tel des Verses: Wer Israel flucht, verflucht sich reflexiv selber. Diesen Reflexbegriff findet man auch in “Wer Israel antastet, der tastet seinen Augapfel an” (Sacharja 1,12). Damit ist nicht – wie fälschlich behauptet wird – Gottes Augapfel gemeint, sondern das hebräische Wort eno bezieht sich im Kontext reflexiv auf den eigenen Augapfel, womit gesagt wird: Wer Israel antastet, tastet seinen eigenen (!) Augapfel an, macht sich selber blind für Gottes Wahrheit.

So ist man als erstes selber der Nutznießer, wenn man Israel segnet – und dann erst Israel. Wenn man es genau nimmt, ist Israel nicht von unserem Segen abhängig – wohl aber wir, denn Gottes Bund mit Israel ist ewig.

“Ich werde meinen Bund mit euch (Israel) in Ewigkeit nicht brechen” (Richter 2,1)
“Israel, mein Knecht, ich verwerfe dich nicht!” (Jesaja 41,9)
So wenig die festen Ordnungen des Himmels und der Erde vergehen werden, so wenig werde ich die gesamte Nachkommenschaft Israels verwerfen wegen alles dessen, was sie begangen haben” (Jeremia 31,35-37)”

Israel hat die ewig gültige Garantie von Gott, nicht aber die Völker, da muss jeder einzelne sich wie Bileam dazu durchdringen, Israel zu segnen, um dadurch selber reflexiv gesegnet zu werden.

Dazu kommt dass Juden und Christen wie Adam und Eva ein Fleisch sind, d.h. wer als Christ das jüdische Volk bekämpft, bekämpft sein eigenes Fleisch, bekämpft sich reflexiv selber. Davor warnt auch Paulus in Römer 11:
Wer durch seinen Glauben an Christus in den Verheißungsbaum eingepfropft ist, muss aufpassen, dass er durch seine Arroganz gegenüber den noch nicht an Jesus gläubigen Juden nicht wieder herausgerissen und von der Wurzel getrennt wird, denn Arroganz ist ein Fluch mit der Konsequenz, dass man sich reflexiv selber herausreißt. Wer dagegen Israel segnet, segnet sich selber, weil er damit einen geistlichen Mechanismus auslöst.

Diesen ausgelösten geistlichen und in Gottes-Wort fundierten Mechanismus des Segens, wünsche ich dir und uns allen für das neue Jahr 2022. Darum segne ich dich mit dem aaronitischen Segen, mit dem auch der Hohepriester Aaron das Volk Israel segnete: 

“Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht
über dich und gebe dir Frieden”
für das kommende Jahr 2022.

4.Mose 6, 24-26

Tags

X