Unser Dienst in der ‚Beth Shalom Gemeinde‘ im sächsischen Crimmitschau war beendet. Ich hatte ein gutes Gefühl, denn die zahlreichen Zuhörer in der lutherischen Landeskirchengemeinde schienen wie gebannt an meinen Lippen zu hängen. Nachdem anschließend noch zahlreiche Hände geschüttelt- und Fragen beantwortet waren, erreichten mein Begleiter Rainer und ich gegen 22:30 Uhr unser Hotel. Also – kurz die durchgeschwitzten Klamotten wechseln – mit einem erfrischenden Waschlappen durchs Gesicht – „Wir treffen uns in 10 Minuten im Biergarten des Hotels, trinken etwas Kaltes und besprechen noch einmal die Erlebnisse des heutigen Tages…“

Als wir dann – mit einem großen, erfrischendem Alsterwasser – auf die Terrasse hinausgingen, saß an unserem Nebentisch ein Mann, der mich ein wenig an ‚Meister Propper‘ aus der TV-Werbung der 90er Jahre erinnerte. “Ich heiße John, bin Zigeuner und bete jeden Abend zur heiligen Mutter Gottes“, stellte sich unser Tischnachbar vor. „Sie kommen wirklich aus Israel?“ fragt er ungläubig. „Da ist doch Krieg.“ Ich erklärte ihm, wie es wirklich in Israel aussieht. „Aber dann sind Sie ja …“ Er stockte, als ob es ihm peinlich wäre, das Wort ‚Jude‘ auszusprechen. „Ja – ich bin ein richtiger Jude!“ setzte ich seinen Satz fort und strahlte ihn dabei an, während die anderen Gäste reflexartig zu uns herüber schauten.

Ich lud John an unseren Tisch ein und bot ihm das ‚Du‘ an. John, der Roma war unglaublich gerührt und nachdem wir ihm von der Möglichkeit einer persönlichen Beziehung zu Jesus erzählt hatten, begann er zu weinen.

Doron, Rainer Kretschmer und John

Er war sichtlich erstaunt und berichtete dann von sich und seinem Leben – von den vielen Dingen, die ihn bezüglich seines Glaubens an Gott, Jesus und die heilige Mutter Gottes beschäftigten. John der Roma hatte unendlich viele Fragen, doch am meisten schien ihn eine Sache zu quälen: „Muss ich mich wirklich taufen lassen, damit ich in den Himmel komme?“ Das hatte ihm sein Roma-Pfarrer gesagt. Ohne Taufe würde er auf keinen Fall in den Himmel kommen… Unsere fast einstündige Unterhaltung beendeten wir schließlich weit nach Mitternacht mit einer intensiven Gebetszeit und einem Segen für den zu Tränen gerührten John und seine Familie.

Als ich dann heute Morgen mit Rainer beim Frühstück zusammen saß, kam ein strahlender, überglücklicher John an unseren Tisch und bedankte sich noch einmal überschwänglich für den gestrigen Abend. Unser HERR segne diesen kostbaren Menschen.

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Doron Schneider - Newsletter aus Israel

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