„In der Endzeit wird von Zion die Lehre ausgehen und das Wort des HErrn von Jerusalem!” (Jes. 2,2-4; Micha 4,1-2). Was vorher nicht war, tritt bereits in Erscheinung, denn ERST in der Endzeit soll dies geschehen. “Das Wort von Jerusalem” tritt in der letzten Zeit immer deutlicher hervor. So lüftet sich allmählich nicht nur die Decke, die über Israel hängt (2.Kor. 3,12-15), sondern auch die Decke, mit der die Völker verhüllt sind (Jes. 25,6-7). Dass heute schon Christen sich nach Belehrung aus Zion und dem Wort des HErrn aus Jerusalem hin orientieren, ist endzeitbedingt.

Denn viele Christen haben noch eine Verhüllung in Bezug auf Israel, indem sie u.a. behaupten, dass das heutige Israel nichts mit dem biblischen Israel zu tun hat.

Goldene Tor, Jerusalem

Damit verbunden ist auch die wachsende Erkenntnis, dass Juden und Christen EINS sind. Dieses EINS-Sein ist keine herkömmliche Ökumene, sondern eine geistgewachsene Einheit, da die jüdischen Äste mit den eingepfropften nichtjüdischen Ästen von ein und derselben Wurzel getragen und genährt werden (Röm. 11,17) – also ein Baum sind.

Begonnen hat dies EINS-Sein, als die Moabiterin Ruth den Schritt über die Grenze wagte. Vertrieben aus Juda suchten die Juden damals im Lande der Moabiter Zuflucht, bis sie dort von einem Holocaust ereilt wurden. Als Überlebende zieht Naomi ins Land ihrer Väter zurück. Ihre beiden nichtjüdischen Schwiegertöchter Orpa und Ruth begleiten die bitter gewordene Naomi bis zur Grenze. Dort verabschiedet sich Orpa mit einem Kuss von ihrer jüdischen Schwiegermutter und verschwindet damit sich fügend aus dem Geschehen. Ruth dagegen blieb, da half auch nicht das Drängen der misstrauisch gewordenen Naomi, denn Naomi konnte ihr nichts mehr bieten. Als Naomi immer noch versucht, Ruth abzuschütteln, bricht es aus Ruth hervor:

Dringe nicht in mich, dich zu verlassen. Nein, wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch: Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! Wo du stirbst, da sterbe ich auch, und da will ich begraben sein! (Ruth 1,16-17).

“Dein Volk ist auch mein Volk!” – Ruth und Naomi

Manche Christen haben den Eindruck, Israel will sie nicht. Und wer gar zum Judentum übertreten will, kann damit rechnen, dass er jahrelang abgewiesen wird, denn über Jahrhunderte wuchs im Juden ein Misstrauen gegen die Christen. Waren die Christen ihnen gegenüber lieb, dann oft nur, um sie zu missionieren. Auch heute noch steckt diese Angst vor zweckgebundener Freundlichkeit im Juden. Ruth jedoch liess sich nicht abschütteln, ihre Liebe war echt. Sie übernahm nicht nur den Gott der Juden, sondern identifizierte sich auch mit dem Volk der Juden.

Theologisch aber begrenzt sich die Gemeinschaft zwischen Juden und Christen nur auf das Bekenntnis, einen gemeinsamen Gott zu haben. Das, was Ruth zur Ahnmutter des Messias machte, war aber nicht allein ihr Bekenntnis: “Dein Gott ist mein Gott!”, sondern die vorangegangene Bereitschaft: “Dein Volk ist auch mein Volk!” Denn ohne die Solidarität zum Volk der Juden wäre sie wie Orpa zurückgegangen und in Vergessenheit geraten. Erst das Hineinpfropfen in den Volksstamm machte sie mit der Wurzel EINS. Von da an lebte sie mit dem Volk, litt und freute sich mit dem Volk. Der Alltag dieses Volkes war ihr Alltag, genauso seine Feste. Seltsam: In der Endzeit fordert Gott alle Völker auf, nach Jerusalem zu pilgern, um mit dem jüdischen Volk das Laubhüttenfest zu feiern (Sacharja 14,16-19), was viele Christen übrigens heute schon tun.

Ruth aber feierte nicht nur mit dem jüdischen Volk, sondern sie half der Naomi, indem sie Ähren las, war also bereit, auch niedrigste Arbeit für sie zu tun. Hier fragt sich so manch ein Christ, was er denn für Israel tun kann. Die Antwort heisst:

FÜRBITTE

Für Israel zu beten heisst aber nicht, im Gebet nur mal den Namen Israel zu nennen. Echte Fürbitte heisst, ANSTELLE des Nicht-Betenden zu beten. ANSTELLE des Anderen die Last zu tragen. Also so zu beten, als würde der andere selbst beten. Wenn ich für meinen alten Nachbarn Mitleid empfinde, dann nehme ich seine schwere Tasche und trage sie für ihn. Von Daniel lernen wir, was Fürbitte heisst. Obwohl er schon als Kleinkind nach Babylon verschleppt wurde – manche behaupten, er wurde erst während der Verschleppung geboren, somit also nichts mit den folgenreichen Sünden seiner Väter zu tun hatte – schlüpfte er in die Schuhe seiner Väter und betete so, wie seine Väter es hätten tun sollen:

“WIR haben gesündigt und unrecht getan, WIR sind gottlos und ungehorsam gewesen und von deinen Geboten und Satzungen abgewichen … Ja, HErr! UNS muss die Schamröte ins Angesicht steigen, weil WIR gegen dich gesündigt haben …” (Daniel 9).

ERST wenn wir sagen: “Dein Volk ist auch mein Volk und Deine Schuld ist auch meine Schuld”, können wir als Hineingepfropfte auch sagen: “Dein Gott ist auch mein Gott!” und erleben: “Deine Segensverheissungen sind auch meine Segensverheissungen!”

SOLIDARITÄT

Einer echten Fürbitte folgt die Solidarität, das öffentliche Einstehen für Israel. Sicherlich war es auch für Ruth nicht leicht, für ihre bitter gewordene Jüdin Naomi um Ähren zu betteln. Auch heute ist es schwer, sich für Israel einzusetzen. Nicht nur die israelfeindliche Welt macht es uns schwer, nein, auch Israel will uns abdrängen. Jetzt bedarf es der Standhaftigkeit einer Ruth, sich weder von der Welt noch von Israel daran hindern zu lassen, hineingepfropft zu werden in den Stammbaum des Messias.

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